Verstehen

Was ist
Blutstammzellspende?

Von der Registrierung bis zur Spende.

Die Ausgangslage

Jedes Jahr erkranken in der Schweiz Kinder und Erwachsene an Leukämie oder anderen lebensbedrohlichen Blutkrankheiten. Für viele ist irgendwann klar: Die einzige Chance auf Heilung ist ein Neustart der Blutbildung mit den Stammzellen eines gesunden Menschen.

Dafür braucht es jemanden, dessen Gewebemerkmale fast exakt übereinstimmen. Zuerst wird in der Familie gesucht. Nur in 20 bis 30 Prozent der Fälle wird man dort fündig. Alle anderen sind auf eine fremde Person angewiesen. Auf jemanden, der sich irgendwann einmal registriert hat.

In Zahlen

  • 7 von 10


    Finden keinen Spender in der Familie.

  • 20-30%


    Wahrscheinlichkeit für eine passende Spende in der Familie.

  • 290


    Neue Suchen, allein für Schweizer Patientinnen und Patienten.

Was Blutstammzellen sind

  1. Die Blut-Fabrik

    Dein Knochenmark produziert jeden Tag Milliarden neuer Blutzellen. Blutstammzellen — die Progenitorzellen — sind die Mutterzellen dieser Fabrik. Aus ihnen entstehen rote und weisse Blutkörperchen sowie Blutplättchen.

  2. Wenn sie ausfällt

    Bei Leukämie gerät die Fabrik ausser Kontrolle und produziert kranke Zellen. Bei anderen Krankheiten stellt sie die Arbeit ganz ein.

  3. Der Neustart

    Eine Transplantation ersetzt die defekte Fabrik durch eine neue. Das kranke Knochenmark wird ausgeschaltet, die Patientin oder der Patient erhält deine Stammzellen per Infusion. Die Zellen finden den Weg ins Knochenmark selbst und bilden nach zwei bis vier Wochen neues, gesundes Blut. Von da an trägt die empfangende Person dein Blut und dein Immunsystem in sich.

Aus einer Zelle entsteht das Blut

Die Blutstammzelle ist die Mutterzelle im Knochenmark. Aus ihr entstehen alle Blutzellen.

  • Blutstammzelle

    Die Mutterzelle. Auch Progenitorzelle genannt.

  • Erythrozyten

    Rote Blutkörperchen. Sie transportieren Sauerstoff.

  • Leukozyten

    Weisse Blutkörperchen. Sie wehren Infektionen ab.

  • Thrombozyten

    Blutplättchen. Sie helfen bei der Gerinnung.

Nach Blutspende SRK Schweiz. [19]

Der Ablauf

Zuerst der Wangenabstrich. Dann wartest du im Register. Nur bei einem seltenen Match geht es weiter. Immer in deinem Tempo und nur mit deinem Ja.

Match

Selten wirst du kontaktiert. Vielleicht passt dein Gewebe zu jemandem. Ein Arzt berät dich zu Gesundheit und Ablauf. Du entscheidest, nicht er. Gemeinsam klärt ihr, welche Spendeart möglich ist.

  • Bin ich verpflichtet?

    Nein. Du kannst jederzeit Nein sagen. Auch wenn du schon ein Match hast.

Spende

Nur wenn du weiterhin zustimmst. In Basel, Genf oder Zürich, begleitet von der Blutspende SRK. Reise und Kosten übernommen.

Spendearten

Im Arztgespräch klärt ihr gemeinsam, welche Variante medizinisch passt. In neun von zehn Fällen erfolgt die Spende über das Blut.

Über das Blut

Du sitzt bequem. Die Stammzellen werden aus deinem Blut gefiltert. Wie eine lange Blutspende.

Etwa einen halben Tag · Vorbereitung davor · Heim am selben Abend

Aus dem Beckenknochen

Etwa jeder zehnte Fall, häufig bei Kindern. Du schläfst während der kurzen Entnahme.

Etwa zwei Stunden unter Narkose · Kurzer Aufenthalt · In wenigen Wochen wieder fit

  • Solidarität
  • Freiwilligkeit
  • Anonymität
  • Unentgeltlich
  • Tut das weh?

    Meistens nicht mehr als eine lange Blutspende. Selten wird aus dem Beckenknochen entnommen. Dann schläfst du.

  • Wie viel Zeit braucht das?

    Registrierung: fünf Minuten. Eine Spende: ein bis zwei Tage, Reise inklusive.

Dein Profil wird verschlüsselt gespeichert. Nur für die Spendersuche.

Alle Fragen und Antworten
Ausführliche Infos auf blutstammzellspende.ch

Werde jemandes zweite Chance.

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QuellenSRK, BAG, WMDA und Fachliteratur.

Offizielle Schweizer Quellen

  1. [1] Blutspende SRK Schweiz. Jahresbericht 2025, Blutstammzellen: Register. Quelle
  2. [2] Blutspende SRK Schweiz. Jahresbericht 2025, Blutstammzellen: Services. Quelle
  3. [3] Blutspende SRK Schweiz. Mediendokumentation. Quelle
  4. [4] Blutspende SRK Schweiz. Fragen und Antworten zur Blutstammzellspende. Quelle
  5. [5] Blutspende SRK Schweiz. Blutstammzellspender werden / Voraussetzungen. Quelle 1 Quelle 2
  6. [6] Blutspende SRK Schweiz. Broschüre "Die Blutstammzellspende: Was Sie wissen sollten" (2022). Quelle
  7. [7] Blutspende SRK Schweiz. Online-Registrierung, Einwilligung und Kriterien. Quelle
  8. [17] Bundesamt für Gesundheit BAG. Die Spende von Blut-Stammzellen. Quelle
  9. [19] Blutspende SRK Schweiz. Was sind Blutstammzellen? Quelle

Internationale Register

  1. [8] World Marrow Donor Association. Total Number of Donors and Cord Blood Units. Stand 07.09.2026. Quelle
  2. [18] Foeken LM et al. 30 years of global collaboration in transplantation and cellular therapy. Bone Marrow Transplant 2025;60:1559-1564. Quelle 1 Quelle 2

Wissenschaftliche Studien

  1. [9] Rüesch M et al. Basic characteristics and safety of donation in related and unrelated haematopoietic progenitor cell donors. Bone Marrow Transplant 2022;57:918-924. Quelle
  2. [10] Pulsipher MA et al. Lower risk for serious adverse events and no increased risk for cancer after PBSC vs BM donation. Blood 2014;123:3655-3663. Quelle
  3. [11] Pulsipher MA et al. Adverse events among 2408 unrelated donors of peripheral blood stem cells. Blood 2009;113:3604-3611. Quelle
  4. [12] Pulsipher MA et al. Acute toxicities of unrelated bone marrow versus peripheral blood stem cell donation. Blood 2013;121:197-206. Quelle
  5. [13] Burns LJ et al. Recovery of unrelated donors of peripheral blood stem cells versus recovery of unrelated donors of bone marrow. Biol Blood Marrow Transplant 2016;22:1108-1116. Quelle
  6. [14] Shaw BE et al. A review of the genetic and long-term effects of G-CSF injections in healthy donors. Bone Marrow Transplant 2015;50:334-340. Quelle
  7. [15] Kollman C et al. The effect of donor characteristics on survival after unrelated donor transplantation for hematologic malignancy. Blood 2016;127:260-267. Quelle
  8. [16] Gragert L et al. HLA match likelihoods for hematopoietic stem-cell grafts in the U.S. registry. N Engl J Med 2014;371:339-348. Quelle